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Dies ist ein Termin des Fachverbandes SHK NRW, des Landesverbandes Ihrer Innung.

Erfahrung macht die Meisterin!

Davon sind die Zwillingsschwestern Luisa und Katharina Pötter überzeugt. Die handwerkliche Ausbildung dient den beiden nicht als Sprungbrett von der dreckigen Baustelle ins saubere Büro. Erst gilt es, praktische Erfahrung zu sammeln. Im nachfolgenden Interview sprechen die beiden mit einer Stimme über ihre Sicht auf das Handwerk.

Warum sind Sie SHK-Anlagenmechanikerinnen geworden? Lag der Reiz in der Fortführung der Familientradition (Gründung 1869!) oder fanden Sie die Tätigkeit so interessant, obwohl oder gerade weil es kein „Frauenberuf“ ist?

„‚Handwerksgespräche‘ am Esstisch unserer Unternehmerfamilie waren von klein auf unser ‚tägliches Brot‘. Erlebnisse, Besonderheiten und Fachbegriffe aus der SHK-Welt waren schon in jungen Jahren Normalität für uns.

Während das manches ‚Handwerkerkind‘ abschreckt, machte es uns beide richtig neugierig. Das Aufwachsen im Familienbetrieb konfrontierte uns frühzeitig damit, was es heißt, die Verantwortung für ein Unternehmen zu übernehmen. Und so haben wir uns schon früh mit dem SHK-Handwerk identifiziert.

Die Gespräche über die Berufswahl in der Schule und die elterliche Bestätigung und Verstärkung gaben uns das Selbstvertrauen, in einer männerdominierten Branche auch als Frau Fuß fassen zu können. Wir empfanden es sogar als zusätzlichen Reiz, die Vorurteile und negativen Erwartungshaltungen, die einem entgegenschlagen, zu widerlegen.“

Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Schwester? Wer macht was? Gibt es eine Spezialisierung?

„Die Zusammenarbeit im gleichen Beruf und sogar im gleichen Betrieb, ist in vielerlei Hinsicht ein positiver Faktor. Wir können Fachfragen schnell und einfach diskutieren oder die Theorie gemeinsam aufarbeiten. Und ganz ehrlich: Eine gewisse Konkurrenz untereinander wirkt motivierend. Sie spornt an, die eigene Leistung stets zu verbessern. Eine Spezialisierung gibt es bislang noch nicht. Wir wurden eingesetzt, wo es von den Projekten am besten gepasst hat. Dadurch haben wir sehr unterschiedliche Bereiche kennengelernt.“

Was macht das SHK-Handwerk für uns so interessant?

„Der größte Anreiz für uns ist, dass wir am Ende des Tages sehen, was wir gemacht haben. Unsere Leistung ist sichtbar und greifbar. Das gilt für kleine Reparaturen genauso wie für aufwändige Installationen. Diese dauern dann halt ein paar Tage. Die Montage erfolgt schrittweise und kann ganz schön herausfordernd sein. Aber am Ende steht da eine funktionierende Sanitäranlage. Und du hast die gebaut! Das ist für uns ein unvergleichliches, direktes Feedback. Wir vermuten, solche Erlebnisse fehlen am Schreibtisch.

Hinzu kommt: Jeder Arbeitstag ist anders. Berufliche Monotonie ist uns fremd. Die verschiedenen Projekte und individuellen Anforderungen der Kunden verlangen ständige Weiterbildung und die Kenntnis neuer Techniken am Markt. Nicht zuletzt schätzen wir die körperliche Bewegung.“

Wie und womit kann man Frauen vom Beruf überzeugen?

„Die Aufteilung in Männer- und Frauen-Berufe ist weitgehend überholt. Das Thema körperliche Kraft ist völlig überbewertet. Wenn es mal wirklich schwer wird, packt man gemeinsam an. Das fördert auch den Teamgedanken.

Das Handwerk braucht dringend mehr Frauen und deren Stärken! Die Vorurteile müssen schleunigst abgebaut werden. Das erfordert Aufklärungsarbeit an den Schulen. Nur so erfahren die Schülerinnen von den Praktika, mit denen sie Einblick in diese spannenden Berufe erhalten.“

Wo sehen Sie weitere Entwicklungschancen für Frauen im Handwerk?

„Es mag für Frauen tatsächlich körperliche Grenzen geben. Dass die keine große Rolle spielen, haben wir gezeigt. Das fehlende technische Verständnis von Frauen entspringt dagegen vollkommen dem Bereich der Phantasie. Das muss raus aus den Köpfen. Über den Fachverband wissen wir, dass trotz des geringen Anteils an weiblichen Auszubildenden überproportional viele von ihnen zu den Jahrgangsbesten gehören. Was fehlt, ist also das Selbstvertrauen der Frauen, sich in einer noch (!) männerdominierten Branche ihren Platz zu erobern. Wenn es uns gelingt, dazu zumindest einen kleinen Beitrag zu leisten, freuen wir uns.“

Start: 12.03.2024 ab 11:28 Uhr
  • Luisa und Katharina Pötter, Jahrgang 1999
  • Abitur 2020
  • Praktikum in der Ludger Pötter GmbH
  • Januar 2023: Ausbildung mit Abschluss als Jahrgangsbeste
  • 2023 Kaufmann und ADA-Schein, zurzeit in der Meisterschule
  • voraussichtlich 2025: Betriebswirt nach HWO

Ausbildungsbetrieb: Ludger Pötter GmbH, Familienbetrieb in 4. Generation, 16 Beschäftigte

Erfahren Sie mehr über die Verbandsorganisation SHK unter www.shk-nrw.de
Innung für
Sanitär-Heizung-Klima-Apparatebau Krefeld
Westwall 122
47798 Krefeld
02151 97 78 - 0 info@shk-innung-krefeld.de
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